Cinéfête- das Französische Jugendfilmfestival

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Seit zehn Jahren gibt es das französische Jugendfilmfestival. Das Kino wird zu einem Ort des lebendigen Sprachunterrichts und der Begegnung mit fremden Kulturen. Dies bietet gerade uns Schülern die Gelegenheit, auf verständliche und spannende Weise, der schönen, aber auch komplizierten Fremdsprache näher zu kommen und gleichzeitig die Klassengemeinschaft durch den Ausflug zu stärken.

In diesem Schuljahr 2009/10 wurde im Potsdamer Filmmuseum u.a. der Film "Entre les murs", zu Deutsch "Die Klasse" gezeigt. Der Autor des gleichnamigen Buches, François Bégaudeau, spielt den überzeugenden Lehrer einer wilden Klasse. Ein Haufen junger Leute, die im Pariser Norden aufwächst. Es sind Franzosen, Jugendliche der Immigranten aus Marokko und Mali, aus Tunesien, von der Elfenbeinküste und den überseeischen Gebieten.

Der Film zeigt die nackte Realität eines Schuljahres, mit all seinen Facetten. Es werden beispielsweise Probleme, wie die kulturellen Unterschiede, die Geschlechterrollen, die zwischenmenschlichen Beziehungen und die große Differenz zwischen der Jugendwelt und den Unterrichtsinhalten, dargestellt. Auch wird das schwierige Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern behandelt, sowie das Desinteresse der heutigen Generation gezeigt.
Das alles wird in Form von Dialogen ausgetragen, bei denen weder Humor noch Ernst zu kurz kommen.

Der Film hat viele Preise erhalten, unter anderem die goldene Palme 2008 auf dem Filmfestival in Cannes- die höchste Auszeichnung, die ein Film bekommen kann. Frankreich erhielt sie zuletzt im Jahr 1985.

Anders als das gewöhnliche Programm, ist der Film typisch französisch und stieß somit auf Meinungen unterschiedlicher Art.
Während die einen Interesse gezeigt haben und zum Nachdenken angeregt wurden, kritisierten andere die wenigen Handlungssequenzen, die vielen Dialoge und die teilweise übertriebene Darstellung. Ob es tatsächlich übertrieben ist, können wahrscheinlich nur die Schüler der Pariser Schulen beurteilen.
Eines hat der Film jedoch bei allen ausgelöst: eine rege Diskussion, denn die Problematik des Filmes ist sehr komplex und bedarf Meinungs- und Informationsaustausch. Gerade an den Berliner Schulen, wo der Anteil an Immigranten sehr hoch ist, haben sich die Menschen ähnlichen Problemen zu stellen. Aber auch an Schulen wo vor allem Einheimische unterrichtet werden, gibt es immer wieder Unruhen und Unstimmigkeiten- das Thema ist also überall aktuell.

Durch Frau Schärffs Engagement bei der Schulleitung, konnte die gesamte Sekundarstufe II, also die 11., 12. und 13 Jahrgangsstufe, einen Tag "Französisch hautnah" erleben.Wir danken Frau Schärf recht herzlich und hoffen, dass diese Cinéfête-Exkursion weiterhin stattfinden wird.

von Christin Reimann