Kommentar zur 4. Jesse Owens Memorial Staffel von Horst Milde
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 07. Juni 2009 um 23:22 Uhr Geschrieben von: Tim Wallstab Freitag, den 22. Mai 2009 um 08:10 Uhr
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Die bemerkenswerte Initiative von Helena Reinsch, der 16-jährigen Schülerin des Marie-Curie-Gymnasiums Dallgow-Döberitz, im alten Olympischen Dorf von Berlin 1936 in Elstal mit der Jesse-Owens Initiative Zeichen zu setzen für Toleranz und gegen Rassismus, ging in diesem Jahr ins vierte Jahr.
Diese Initiative einer Schülerin wird von vielen Wohlmeinenden unterstützt, nur nicht von den Brandenburger Schulen und ihren Lehrern - auch die eigene Schule mit dem Kollegium verhält sich eigenartig "defensiv" und vielleicht auch kontraproduktiv zu dieser Idee einer Jugendlichen mit dem Laufsport rassistischen Tendenzen entgegen zu wirken und einem überragenden Athleten mit einem Staffellauferlebnis an einem historischen Ort ein Denkmal zu setzen.
Anders ist es nicht zu erklären, daß für neutrale Beobachter in diesem Jahr NUR 32 Staffeln mit 250 Schülerinnen und Schülern an den Start gingen. Wenn bundesweit bei den Läufen die Jugend- und „Bambiniläufe“ aus den Nähten platzen, die Kinder mit Eltern und der ganzen Verwandtschaft zu den Läufen „pilgern“ um ihre „Jüngsten“ zu sehen und zu unterstützen, scheint in Brandenburg das Interesse an Jugendläufen gen Null zu tendieren.
Das kann mir aber keiner erzählen, dass die Jugend in Brandenburg kein Interesse am Laufsport hat. Denn wenn im nahen Berlin beim Mini-Marathon des Berlin-Marathon an die 10.000 Schülerinnen und Schüler über 4.2 km laufen, dann ist das natürlich auch eine Folge der starken Unterstützung des Laufes durch die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung zu verdanken. In anderen Bundesländern ist das ähnlich – nur in Brandenburg scheint das Desinteresse der Verwaltung und der Sportlehrer riesengroß.
Nur dem unermüdlichen Engagement der gesamten Familie Reinsch – und ihrer eigenen Liebe zum Laufsport – ist es zu verdanken, dass sich das Jugend-Sportprojekt bis heute überhaupt gehalten hat.
„Dieser Lauf wird auch in fünfzehn Jahren noch stattfinden“, prognostizierte am Samstag Burkhard Jungkamp bei der Jesse-Owens-Memorial-Staffel im Olympischen Dorf Elstal. Der Staatssekretär aus dem brandenburgischen Ministerium für Bildung, Jugend und Sport lobte die Initiative der Schule“ wie es im Bericht zur Veranstaltung heißt – er vergisst dabei, dass es eine Privatinitiative ist, die sein Ministerium als aller erstes fördern müsste und den Sportlehrern seines Landes „Dampf“ machen sollte, dass sie diesen Lauf durch Teilnahme ihrer Schulen unterstützen.
Für Steffen Reiche Mitglied des Bundestages und Präsident des Brandenburgischen Leichtathletikverbandes – und ehemaligem Minister für Bildung, Jugend und Sport des Landes – müsste es doch ein leichtes sein,
durch seine vielfältigen Verbindungen zu Schule und der Leichtathletik dieses Engagement zu fördern - und auf ein höheres Teilnehmerniveau zu stellen.
Welche Möglichkeiten diese Initiative hat, sah man doch in der Resonanz der Podiumsdiskussion „Von Jesse Owens zu Barack Obama“ am 4. Mai im Atrium der Deutschen Kreditbank in der Taubenstraße. Hochkarätige Referenten waren dabei vom Stellvertretenden Ssprecher der Botschaft der USA bis zum Präsidenten des DLV Dr. Clemens Prokop.
Jesse Owens ist heute noch ein „heißes“ Thema auch für die Mitglieder der US-Nationalmannschaft, wenn sie im August bei den Weltmeisterschaften in Berlin dabei sind. Alle wissen, dass Jesse Owens ihr Star 1936 für ihr Land war, als er 4 Goldmedaillen für die USA gewann, dem werden sie nachzueifern versuchen. Aus dieser Verbindung lässt sich mit ein wenig Phantasie noch viel bewegen.
Wenn der Frust über die geringe Unterstützung der Schulen, der Schulverwaltung und den Sportlehrern des Landes bei der Familie Reinsch nicht in Passivität für das Jahr 2010 enden soll, dann muss sich schnell etwas tun, ansonsten scheint mir schon die Veranstaltung im nächsten Jahr gefährdet.
Horst Milde
Quelle: www.germanroadraces.de







Kommentare
Es ist schon auffällig, dass Jahr für Jahr immer die gleichen Schulen Staffeln ins Rennen schicken, sich aber keine oder kaum "neue" Schulen an dieser Initiative beteiligen. Wenn selbst Schulen aus Zepernick jährlich teilnehmen und weder Kosten noch Mühen scheuen, ist dies doch ein Armutszeugnis für Schulen aus der näheren Umgebung, die bei den vergangenen Veranstaltungen durch Abwesenheit glänzten.
Es wäre schade, wenn diese Veranstaltung in den nächsten Jahren noch weniger Unterstützung bekäme oder nicht mehr stattfinden würde. Deshalb hoffe ich sehr, dass im nächsten Jahr die 5. Jesse Owens Memorial Staffel mit mehr teilnehmenden Staffeln (auch von "debütierenden" Schulen) ausgetragen werden kann.
Tobias Müller
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